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"Karoshi" - Arbeiten bis zum
Umfallen
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Wichtig beim Burn-out:
Multi-Modaler Therapienasatz
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Dr. Dipl-Psych. Wolfgang
Keeser ist Experte in Sachen Burn-out. Seine
besonderen Schwerpunkte liegen in der Integration
von Psychologie, Verhaltenstherapie und Forschung. |
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Glauben
sie, dass das Burn-out-Syndrom zunehmend mehr in
Erscheinung treten wird? |
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Keeser:
Sehen Sie doch einfach enmal im Internet in
einer Suchmaschine nach: Da gibt es heutzutage
über 14 Millionen Einträge über Burn-out! Auf
medizinischen Links findet man allein rund 7.000
Fachartikel dazu. In den siebziger Jahren gab es
über Burn-out beispielsweise noch kaum Literatur.
Das allein zeigt auf, dass Burn-out zu einem immer
größeren medizinischen und gesellschaftlichen
Problem wird. |
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Welche
Altersgruppe ist Ihrer Meinung nach am meisten
betroffen? |
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Keeser:
Es sind inzwischen die 30- bis 40-jährigen.
Die extrem aufstrebenden, aber auch sehr
ehrgeizigen Leute. Sicher spielt hier auch mit
hinein, dass heutzutage die Anforderungen von
Firmen immer höher werden. Einige meiner Klienten
sind beispielsweise Banker. Von den wird einfach
erwartet, dass sie eine 60- bis 70-Stundenwoche
ableisten, wenn sie weiterkommen möchten.
Selbstverständlich werden sie dafür auch sehr gut
bezahlt, das ist eben auch eine Zwickmühle, in der
sie sich befinden. |
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Was
spielt bei der Diagnosestellung alles eine Rolle? |
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Keeser:
Auf der somatisch-psychologischen Ebene spielt eine
große Rolle, dass sich gerade die Klientel im
mittleren Lebensalter in der Regel sehr schlecht
ernährt in Hinblick auf ungesunde Fast Food Ernährung.
diese Klientel hat keine Zeit mehr für Mittagspausen,
der Schlaf-Wach-Rhythmus ist gestört. Abends kommen
die Betroffenen kaputt nach Hause und sehen sich noch
irgendeinen film an. Die typischen Managertypen haben
natürlich auch deshalb oft einen gestörten Schlaf, da
sie viel fliegen müssen und oft in Hotels
untergebracht sind. Viele verheiratete Klienten haben
einen Partner, der den Stress nicht mehr auffangen
kann, weil er selbst unter Druck steht -
Partnerschaftsprobleme sind also auch schon
vorprogrammiert. |
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In welcher
Phase des Burn-out kommen die Klienten zu Ihnen? |
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Keeser:
Viele kommen leider zu spät. Häufig schon mit
Symptomen wie zum Beispiel Panik-Attacken oder
massiven Schlafstörungen oder Impotenz. Zum Teil
versteckt sich das Burn-out sozusagen auch hinter
verschiedenen Symptomen, wie hinter einer Maske. |
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Auf welche
Ebene setzt die Therapie an? |
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Keeser:
Auf verschiedene Ebenen. auf der psychologischen Ebene
können zum Beispiel Bio-Feedback und verschiedene
Entspannungsverfahren zum Einsatz kommen. Die Klienten
erhalten Ernährungsempfehlungen, auch auf der
Verhaltensebene wird gearbeitet. In Bezug auf die
zwischenmenschliche Kommunikation ist auch wichtig,
dass soziale Fertigkeiten verbessert werden. |
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Wie wichtig
ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit? |
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Keeser:
Ich arbeite hier in der Praxisgemeinschaft eng mit
zwei Neurologen zusammen. Des Weiteren sehr intensiv
mit Internisten. Wenn zum Beispiel die
Ernährungsproblematik im Vordergrund steht, empfehle
ich dem Klienten eine Fachambulanz aufzusuchen, denn
viele Klienten sind stress-assoziiert übergewichtig
und benötigen spezifische Ernährungsberatung. Die
interdisziplinäre Zusammenarbeit ist bei der
Burn-out-Symptomatik von besonderer Wichtigkeit.
Entspannung alleine hilft überhaupt nichts. Es muss
wirkllich ein multimodaler Ansatz sein. In kooperation
mit Ärzten, eventuell auch sprorttherapeuten,
Psychotherapeuten etc. |
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Was machen
Sie persönlich, um nicht an Ihre Grenzen der
Belastbarkeit zu kommen? |
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Keeser:
Ich mache häufig lange Spaziergänge und fahre jeden
Tag rund 50 Minuten mit dem Fahrrad in die Praxis und
wieder zurück. Ich ernähre mich sehr gesund, esse kaum
Fleisch, aber viel Fisch. Besonders auch, um mich
ausreichend mit Omega-3-Fettsäuren zu versorgen. |
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Vielen Dank für das Interview! |
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